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365-Euro-Ticket stellt finanz- und strukturschwache Regionen vor unlösbare Aufgabe

München, den 30.04.2019

365-Euro-Ticket stellt finanz- und strukturschwache Regionen vor unlösbare Aufgabe

Zum gestrigen Treffen der Staatsregierung mit den Kommunen zum Thema öffentlicher Nahverkehr, erklärt Josef Ilsanker, Mitglied des geschäftsführenden Landesvorstands der LINKEN in Bayern:
„Natürlich ist es begrüßenswert, wenn das 365-Euro-Ticket für Schüler*innen und Auszubildende kommt. Der Haken ist allerdings, wie so oft, die Finanzierung. Wenn das Land nur zwei Drittel der Ticketkosten übernimmt, werden struktur- und finanzschwache Kommunen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit kommen. Darunter wird unter anderem die Verbesserung des ÖPVN leiden. Kommunen gehen bei den gestrigen Ankündigungen somit doppelt leer aus. Besonders für Auszubildende im ländlichen Raum bedeutet dies: Zahlen oder wegziehen. 
Zudem bedenklich sind Söders Überlegungen, Unternehmen wie Uber für die Lösungen der Probleme des ÖPNV im ländlichen Raum heranzuziehen. Uber betreibt zu Lasten des Taxigewerbes ein Geschäftsmodell, welches die Kosten auf die Allgemeinheit abwälzt. Wer Uber auf den Markt los lässt, der öffnet das Tor für Lohndumping und Schwarzarbeit.

Beim 365-Euro-Ticket für Erwachsene erleben wir zudem das altbekannte Spiel der CSU. Gebrochene Versprechen dem Bund in die Schuhe zu schieben, obwohl man selbst an der Bundesregierung beteiligt ist und sogar den Verkehrsminister stellt. Wer vor der Wahl ein 365-Ticket für Alle ankündigt, darf es jetzt für Erwachsene nicht auf die lange Bank schieben.“